#10 Was bisher geschah ....

Was bisher geschah...,

ist in Serien eine beliebte Phrase, um einen Rückblick einzuleiten und die Zuschauer, die jetzt erst einsteigen mit den wichtigsten Informationen zu versorgen. Ich frage mich dann regelmäßig, wer als Zuschauer in einer Serie wirklich mittendrin beginnt. Vielleicht ist es aber auch nur ein Relikt aus prähistorischen Zeiten, in denen man im TV das nehmen musste, was gerade läuft. In Zeiten von Netflix, PrimeVideo und Co. starten wir heute einfach zu jeder Zeit chronologisch bei Staffel 1/ Episode 1 und arbeiten uns durch.

In jedem Fall ist es ein solcher Rückblick oft eine gelungene Einstimmung auf die nächsten Minuten und Stunden. Man versetzt sich in dieses bestimmte Gefühl der Serie.

In meinem Blog war es über den Sommer etwas ruhig geworden. Und daher ist dies ein kleiner Update- und Ausblick-Post, der den Bogen zum Jahresfinale spannen soll.

Ein Update-Post, weil ich kurz berichten möchte, was ich die letzten Monate so getrieben habe und gleichzeitig eine Brücke schlage zu zukünftigen Artikeln, in denen ich einzelnen Themen noch mal einen eigenen Post widme.

Der letzte Blog Artikel (vor der Kurzgeschichte) handelte von dem Prozess des Schreibens einer Rede. Kurze Zeit später hatte ich dann die Möglichkeit in einem kleinen und feinen Rahmen diese Rede in einer Live-Situation auch zu halten. Eine wahnsinnig tolle Erfahrung. Sicher habe ich schon vor deutlich mehr Leuten gestanden und etwas vorgetragen, aber noch nie war es so persönlich.

Zwischenzeitlich wurde ich öfter gefragt, was es denn mit "Eltern-Zeit, Aus-Zeit und Ausprobier-Zeit" auf sich hat. Was wir dann im Juni und Juli gemeinsam als Familie unternommen haben, verdient sicher noch weitere Schlagwörter. Unser zweimonatiger Kanadatrip im Wohnmobil war neben Elternzeit und Auszeit vor allen Dingen auch Familienzeit, Abenteuerzeit und Zeit der Selbsterfahrung. Und so habe ich von dieser Reise nicht nur wahnsinnig viele und schöne Erinnerungen und Eindrücke mit nach Hause gebracht, sondern auch einige tiefgreifende Erkenntnisse gewonnen.

Nach unserer Rückkehr folgte dann ein Familien-Event auf das andere. Erst Kindergeburtstag und dann die Einschulung unserer Tochter. Und wie sagte der Schulleiter auf der Feier sehr passend, die Einschulung ist wahrscheinlich das letzte verbliebene Lebensereignis, welches man wirklich nur ein mal im Leben erlebt. Nach der Einschulung mussten die familiären Abläufe neu geordnet werden und auch ist die Rollenverteilung zwischen meiner Frau und mir nun etwas anders organisiert als in der Vergangenheit. Gleichzeitig hat mich aber auch in Verbindung mit der Einschulung das Thema Bildungssystem in Deutschland allgemein sehr beschäftigt.

Zeitlich befinden wir uns nun ungefähr im September. Und damit ging auch meine Ausbildung zum Leadership Practitioner weiter. Die Ausbildung, die immer am Wochenende 3 Tage (insgesamt 8 Termine in 2019) dauert hat mir an jedem Wochenende insbesondere drei Dinge verdeutlicht. Zum einen ist es mir mittlerweile extrem wichtig geworden auf einem (inhaltlichen) Track zu sein. Ein roter Faden an dem man sich orientieren und entwickeln kann. Zum anderen, wie gut es tut das Wochenende als Energietankstelle und Aufruf zur Wirksamkeit zu nutzen, um auch im "Alltag" in eine Selbstwirksamkeit zu kommen und zuletzt wie wichtig mir das Gefühl der Verbundenheit und Zugehörigkeit in der Gruppe ist. Ich darf gar nicht darüber nachdenken, dass ich diese tollen Menschen in 2020 nicht mehr in dieser Regelmäßigkeit sehen werde.

Und dann ist da noch die eine entscheidende Frage. Die Frage, die ich tatsächlich am häufigsten gestellt bekommen habe.

"Und, was machst du denn jetzt beruflich?"

Die Häufigkeit der Frage und auch die Priorität mit der diese Frage verglichen zu weiteren Fragen gestellt wurde (nämlich meistens als erstes) hat mir verdeutlicht, wie hoch der Stellenwert des beruflichen Schaffens in Deutschland ist. Oftmals definieren wir uns mehr darüber inwieweit wir im beruflichen Kontext Karriere gemacht haben und wirtschaftlichen Status erlangen konnten, als das was uns als Mensch ausmacht. Zumindest habe ich lange so gedacht. Und so ist es nicht verwunderlich, dass diese Frage so viele brennend interessiert.

Im Gegensatz zu meinen früheren Überzeugungen habe ich mich in den letzten Monaten vielmehr mit mir selber beschäftigt, als mit der Tatsache was ich beruflich als nächstes machen könnte. Ich wollte etwas über mich erfahren, warum ich so geworden bin wie ich bin, was sind meine (störenden) Muster, was ist meine Superkraft und noch viel wichtiger, wer möchte ich in Zukunft sein. Welcher Vater möchte ich sein, welcher Ehemann, welcher Mensch. Und in mir spüre ich die tiefe Überzeugung, dass sich mein nächster Job meinem zukünftigen Selbst in der Form unterordnen wird, so dass er mein Zielbild von mir selber zu 100% unterstützt.

Daher steht in meinem LinkedIn und Xing Profil aktuell auch etwas von Ausprobier-Zeit. Mir ist es wichtig mir Zeit zu nehmen und genau diesen nächsten beruflichen Schritt sorgfältig vorzubereiten. Und daher war ich auch sehr umtriebig, hab mit Start-Ups gesprochen, mich mit Kontakten von früher getroffen. Mich Initiativen angeschlossen und immer wieder verschiedene Optionen unter die Lupe genommen. Das alles verdient in jedem Fall einen eigenen Blogartikel. So viel sei verraten, ein Thema hat es mir besonders angetan.

Hatte ich oben etwas von kurz gesagt? Was soll's, ist ja auch viel passiert in der Zwischenzeit.

Ich wünsche allen einen schönen Einstieg in die nun kommende besinnliche Zeit.

Bis dahin viele Grüße,

Euer/Ihr Marco




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