#8 Einfach mal eine Rede schreiben, (und halten).

In meinem Blog Eintrag #1 Neujahrsvorsätze ging es ja um die Komfortzone. Und einer meiner Aufgaben, die ich mir selber auferlegt habe , ist das schreiben und halten einer Rede. Dieser Prozess ist nun abgeschlossen. Die Rede steht, und ich übe diese gerade ein.
Worüber ich aber heute schreiben möchte, ist der Prozess. Der Prozess der dazu führt eine fertige Rede in den Händen zu halten.
Ich behaupte, dass der Prozess sogar im Vordergrund steht. (Vielleicht nicht für Speaker, die damit ihr Geld verdienen wollen) Denn er setzt eine sehr intensive Auseinandersetzung mit sich und seiner Umwelt voraus und in Gang. Er kultiviert eines der mächtigsten und effektivsten Werkzeuge. Das Fragen stellen. Denn um zum Ergebnis zu kommen, habe ich mir viele Fragen gestellt.
Am Anfang stand die Frage nach einem Oberthema, dem Rahmen.
Aus meinen Erfahrungen der letzten Monate, war der Rahmen schnell gefunden. Es sollte um Persönlichkeitsentwicklung, Mut, Firmenkultur, Auslöser für Entwicklung und welchen Rahmen es dafür braucht gehen.
Frühzeitig habe ich mir überlegt, was das Ziel des Vortrages sein soll. Und ich habe mir Gedanken gemacht, wer wird sich potentiell diesen Vortrag anhören. 
In meinem Fall war die Idee, dass ich mir ein Baukastensystem etwas modulares erschaffen möchte. Das ich einerseits als Inspirationsrede, aber auch als Überleitung zu einem Business benutzen kann. Damit meine ich, dass es auch Bausteine gibt, die verkaufbare Lösungsansätze enthalten.
Nach den ersten zwei Schritten, habe ich mich konkreter dem Thema genähert. Worum soll es im Kern gehen?
Und ich habe mich dann entschieden eine Frage zu wählen, die mich schon lange beschäftigt. Was hält uns eigentlich ab, unser volles Potenzial auszuschöpfen?
Und die Antwort wurde zugleich in einen Arbeitstitel umgearbeitet. Meine Antwort auf die Frage ist sozusagen als Arbeitshypothese, dass wir oft nicht wir selbst sind, und uns hinter Masken verstecken. Und um das mit mehr Nachdruck, provokanter und frech zu formulieren ist der Vortragstitel:
„Runter mit den Masken - Warum wir nur als wir selbst unser volles Potenzial ausschöpfen“
entstanden.
Was dann folgte war der spannendste Teil. Das verweben meiner ganz persönlichen Geschichte mit dem Thema. Welche Geschichten, Storys und Begebenheiten habe ich erlebt? Was möchte ich teilen? Wo habe ich am meisten gelernt?
Es hat mir viel Spaß gemacht meine persönliche Biografie mal unter ganz anderen Vorzeichen anzuschauen. Sozusagen als der „externe Betrachter“ meines Lebens. Wirklich erhellend, teils ernüchternd, mal urkomisch in der Rückschau und auch wehmütig und traurig. Am Ende geht es um die bewusste Auseinandersetzung mit sich.
„Es muss eine Einleitung her!“
Ich habe dann mit einer Geschichte begonnen und die ersten 2-3 Kapitel meiner Rede ausformuliert. Und interessanter Weise wurde ich dann von meinem Coach aufgefordert nach diesen 2-3 Kapiteln das Schlussstatement zu formulieren.
Das Statement kann ich selbstverständlich aus dramaturgischen Gründen hier noch nicht nennen, aber ich kann aus der Erfahrung berichten, dass es ein ganz entscheidender emotionaler Moment war im gesamten Prozess, als ich es zum ersten Mal in voller Länge laut ausgesprochen habe. #Gänsehaut
Die Einleitung und das Schlussstatement bilden ab diesem Moment einen so starken Rahmen, dass sich die weiteren Schritte fast natürlich anfühlen. Ab diesem Moment ist man im Flow. Wie eine Komposition. Persönliche Geschichten, Theorie, Anekdoten, Humor fügen sich fast wie selbstverständlich entlang eines roten Fadens in die Rede ein.
Und fast ein bisschen magisch hält man einen ersten Entwurf eines schlüssigen und flüssigen Text in den Händen, und das Herz füllt sich mit Wärme und Stolz.
Vielleicht ist dieser Prozess ja auch etwas für Sie/Euch.
Viele Grüße
Euer Marco

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