#7 Encavis, ein Rückblick

Genau eine Woche ist es jetzt her, dass ich meinen letzten Tag bei Encavis hatte. Und ich muss zugeben, dass es schon ein komisches Gefühl war Nachmittags aus der Tür zu gehen. Komisch, weil nach  6 ½ Jahren nicht weniger als eine sehr bewegende, herausfordernde und lehrreiche Zeit endete. Eine Zeit, die sich wie eine Reise angefühlt hat. 

Zeit für einen kleinen Rückblick:

Bereits der Einstieg bei CapitalStage (das war der damalige Firmenname) war ziemlich kurios. Bis zum Telefonat mit der Zusage bin ich davon ausgegangen, dass wir im Vorstellungsgespräch  über einen Posten als Investment Manager gesprochen haben. Die Zusage habe ich dann für den Job des Controllers bekommen. Da war ich ziemlich überrascht. 

Am 1.10.2012 ging es dann los in der Hamburger Innenstadt an der Adresse Brodtschrangen 4. Der kaufmännische Bereich bestand aus 3 Mitarbeitern. Eine kaufmännische Leiterin, ein Buchhalter und der neue Controller, ich. 

Der folgende Jahresabschluss hat uns dann bereits alles abverlangt. Ich würde es heute als Grenzerfahrung bezeichnen. So viel Druck habe ich selten verspürt in meinem Berufsleben. Wir haben es aber geschafft und solche Erfahrungen schweißen ja auch zusammen. 

Was dann in den nächsten Jahren vom Geschäftsbericht 2011 (der aktuelle als ich angefangen habe) bis zum jetzt fertiggestellten Geschäftsbericht 2018 geschah sicherlich als rasante Wachstumsphase bezeichnet werden. Exemplarisch für viele weitere Indikatoren stiegen

  • die Mitarbeitenden von 8 (ohne Helvetic) auf 118
  • die Anzahl Parks von 19 auf 244
  • die Megawatt von 105 MW auf fast 2 GW
  • der Umsatz von 35 Mio. auf 248 Mio.
  • und die Bilanzsumme von 300 Mio. auf 2,6 Mrd.
Aber auch allgemein verdiente die Zeit bei CapitalStage/Encavis den Begriff dynamisch. Immer wieder spannende Sonderprojekte, Wertpapierprospekte, Kapitalerhöhungen, ein DPR Verfahren, Unternehmensfinanzierungen, abgebrochene und erfolgreiche Merger. Ich habe sechs Vorstände erlebt, 2 Büroumzüge mitgemacht, 1 Firmenumbenennung begleitet und viele andere Ereignisse erlebt.    

Ganz besonders viel Freude hat mir der Aufbau des Bereich Finanzen und Controlling bereitet. In 2013 durfte ich die kaufmännische Leitung übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt gab es neben mir noch 2 Buchhalter. Heute besteht der Bereich aus 4 Teams mit insgesamt 20 Planstellen.


Zusammengefasst waren die vergangene Jahre  für mich eine wahnsinnige tolle Zeit. Sie waren eine große Chance und reich an außerordentlichen Erfahrungen, für die ich sehr dankbar bin. Ich musste erst mit der Zeit begreifen, was mir in dieser Zeit am wichtigsten war. Das Arbeiten mit den unterschiedlichen Menschen. Und die Erkenntnis, dass die herausragenden Ergebnisse ohne diese Menschen nicht möglich gewesen wäre.

So toll und aufregend die Jahre bei Encavis auch waren, so anspruchsvoll waren Sie für meine Familie und für mich. Meine beiden Kinder sind in dieser Zeit geboren und so ein Familienleben ist, wie einige vielleicht auch aus eigener Erfahrung wissen, gar nicht so einfach zu organisieren. Dazu die lange Fahrzeit und die vielen Herausforderungen im Beruf welche nicht selten ein Gefühl bewirkt haben, Beruf und Familie nicht in dem Maße gerecht zu werden, wie ich es mir gewünscht hätte. Im Jahr 2018 ist dann ein Prozess ins Rollen über den ich nun hier blogge. 

Dieser Prozess hat unter anderem auch in der Konsequenz dazu geführt, dass ich Encavis nun verlassen habe.

Zum Abschied sage ich Danke. Danke für eine sehr schöne Zeit bei Encavis und Danke für die wundervollen Menschen intern wie extern die ich kennenlernen durfte, und die mich begleitet haben. Ganz besonders in Erinnerung bleiben mir die persönlichen Gespräche und sinnstiftenden Beziehungen, aus denen zum Teil Freundschaften geworden sind.

An dieser Stelle Namen zu nennen ist unmöglich, wo fängt man an, wo hört man auf. Daher hier ein alternativer Versuch. Ich danke insbesondere den Menschen,

  • die mir immer wieder offenes Feedback gegeben haben und mir dadurch geholfen haben mich selbst weiterzuentwickeln
  • die es möglich gemacht haben, gemeinsam die vielen anspruchsvollen Aufgaben abzuarbeiten
  • die immer hilfsbereit waren und oft ihre eigenen Interessen zurückgestellt haben
  • die mich um Rat gefragt haben und an meiner Meinung interessiert waren
  • mit denen ich konstruktiv Lösungen diskutieren konnte
  • die ein offenes Ohr für mich hatten, wenn ich Unterstützung brauchte
  • die sich nach mir erkundigt haben, wenn es mir nicht gut ging
  • die ordentlich mit mir gefeiert haben

Vielen Dank.


Ich freue mich jetzt sehr auf eine kleine Auszeit. Bis zur Einschulung meiner Tochter Mitte August steht meine Familie im Mittelpunkt. Ab August werde ich dann entscheiden welche Ideen, die in meinem Kopf schwirren, ich umsetzen werde. Der Ausblick bekommt sicherlich einen eigenen Blogeintrag.


Ich wünsche Ihnen/Euch und besonders den Mitarbeitenden von Encavis, dass die individuellen Hoffnungen, Erwartungen und Träume für die Zukunft in Erfüllung gehen. Vor allen Dingen auch Gesundheit, Mut, Tatendrang, sinnstiftende Beziehungen und das weiterhin (und manchmal auch gerne etwas mehr) der Mensch und die persönlichen Kontakte im Mittelpunkt stehen.

Viele Grüße 

Euer/Ihr Marco

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