#6 DRANBLEIBEN

Dranbleiben,

mit dem Dranbleiben habe ich so meine ganz eigene Beziehung. Und es ist keine Liebesbeziehung. Das verschieben oder neudeutsch "prokrastinieren" zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.

Und es betrifft auch diesen Blog. Es ist kein Zufall, dass ich #52 Blogartikel vollmundig angekündigt habe. Und jeder der rechnen kann hat sicher gemerkt, dass ich dem Schnitt etwas hinterherlaufe. Vielen Dank an dieser Stelle denen, die mich dezent darauf angesprochen habe. Das war auch die Hoffnung, dass ein gewisser Druck besteht. (Wobei der Druck hilft, aber sich auch nicht gut anfühlt. Ich möchte es ja eigentlich ohne Druck)

Michael Trautmann sagte in seinem Blog "On the way to new Work" (der für mich nach #42 gehörten Folgen weiterhin eine große Inspirationsquelle ist) er hätte es (die Prokrastination) erfunden. Wenn das so ist, war ich wahrscheinlich sein bester Schüler.

Es ist mir immer noch ein Rätsel, warum ich so viele Sachen, die ich mir (vermeintlich?) wirklich wünsche nicht dauerhaft umgesetzt bekomme. Oder gar nicht erst beginne. Die Liste ist lang:

  • Haus aufräumen
  • Computer entmüllen
  • Sport machen
  • gesund ernähren
  • Beziehungen pflegen
  • .....
Aber auch im Berufsleben spüre ich oft eine wahnsinnige Lethargie. In diesen Phasen fällt es mir extrem schwer überhaupt an Themen und Aufgaben  dranzubleiben. Diese Phasen im privaten aber auch im beruflichen haben eins gemeinsam. Es fehlt die Leichtigkeit. 

Eine Leichtigkeit, ein Flow,  der hin und wieder plötzlich da ist. Bei dem einem Projekt, bei dem die ganze Energie plötzlich zu fließen scheint. Bei dem Ziel einen Marathon zu laufen. Plötzlich macht es klick und 12 Wochen diszipliniertes Training verfliegen wie im Flug und fühlen sich plötzlich überhaupt nicht mehr nach Druck und müssen an. Es gibt Sie also diese Momente, in denen ich in der Lage bin in kürzester Zeit beeindruckende Ergebnisse abzuliefern.

Aber warum fühlt sich manchmal alles so schwer an, und plötzlich läuft es einfach rund?

Eine Frage, die mich sehr beschäftigt. Ich versuche diese Frage aus verschiedenen Blickwinkeln zu beantworten. Der erste Blickwinkel ist sicherlich die Frage, was mir wirklich wirklich wichtig ist. Eine Frage die ich mir viel zu selten gestellt habe. Es muss einfach einen Einfluss auf unsere Aufgaben und Aktivitäten haben, wenn diese auf ein größeres bewusstes Ziel einzahlen. Daher möchte ich hier weiter forschen, was diese Ziele sein könnten. Und dann stringenter und konzentrierter nur die Projekte angehen, die einen positiven Einfluss auf diese Ziele haben.

Der zweite Aspekt ist, dass ich mehr über die körperlichen und geistigen Mechanismen lernen möchte. Daher stehen Bücher wie "DeepWork" und "Flow" ganz oben auf meiner Leseliste für 2019. Auch habe ich eine entsprechende App (Fabulous) getestet. Zugegeben bin ich noch nicht ganz erfolgreich, aber die Wirkungsweise dieser Apps finde ich extrem spannend. In diese Kategorie fällt auch der Wunsch ein Journal zu führen. Leider habe ich es bis jetzt noch nicht umgesetzt. Es liegt aber bereits bereit. Spannend finde ich, dass Themen wie Gamification auch in den Berufsalltag Einzug finden.

Ein weiterer sehr wichtiger Ansatzpunkt ist für mich die eigene Einstellung oder Haltung zu überprüfen. Dabei geht es ein Stück weit um die verinnerlichten Glaubenssätze ("vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gestellt"), aber auch den eigenen Druck den ich mir aufbaue, oder das Gefühl des müssen anstelle des wollen und dürfen. In diesem Zusammenhang spüre ich besonders die Gegensätze. Auf der einen Seite das Bedürfnis achtsam und liebevoll mit sich selber umzugehen, und zugleich aber nicht alle Ziele und Aufgaben aus den Augen zu verlieren. Und dann gibt es die radikale These von Veit Lindau, dass das Leben gar nicht auf die harte Tour funktionieren muss. Und das man durch das ändern der eigenen Einstellung generell zu Leichtigkeit gelangt. 

Ich werde mich sicherlich dem Thema "dranbleiben" immer wieder im Laufe des Jahres widmen. Es wird zwangsläufig eine andere Bedeutung bekommen. Aber dazu später mehr. Einige große Weichen habe ich in den letzten Monaten bereits gestellt für meinen zukünftigen Weg. Das Umsetzen der vielen kleinen Schritte soll jetzt folgen. 

Und wie geht es jetzt mit dem Blog weiter? Er ist definitiv nicht eingestellt. In Wahrheit habe ich sogar etwas vorproduziert. Einiges davon passte aber zeitlich nicht so gut, einiges ist sehr persönlich geworden, und ich zögere noch es zu veröffentlichen. In jedem Fall sollen es am Ende #52 sein. 

Ich bleibe dran.

Euer Marco







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