#2 Jetzt bloggt er auch noch... (oder, warum eigentlich dieser Blog?)

Jetzt bloggt er auch noch..., würde wahrscheinlich Frau Schöneberger schreiben. Setzt aber voraus, dass man vorher ja schon mal was anderes gemacht hat. Was in meinem Fall auch ein wenig zutrifft, denn ich habe mich schon mit einigen Dingen in meinem Leben beschäftigt und im Rahmen meiner fotografischen Ambitionen war sogar schon mal bloggen mit dabei.

Es gab aber auch zwei spezifische Auslöser und nach weiteren Überlegungen einige Gründe für mich dieses kleine "Projekt" in 2019 zu starten.

Auslöser Nummer 1 war ein Artikel auf LinkedIn zum Thema bloggen von Stefan Hagen "Führungskräfte, Ihr solltet bloggen!". Nun ist dies kein interner Firmenblog (aber in Zukunft mit Business Hintergrund) aber die Idee und die gemachten Vorschläge haben mich sehr angesprochen.

https://www.linkedin.com/pulse/f%C3%BChrungskr%C3%A4fte-ihr-solltet-bloggen-stefan-hagen/

Auslöser Nummer 2 war eine kleine Übung im Rahmen einer Unternehmensveranstaltung. Die Aufgabe war eine kleine Geschichte in 20 Minuten zu schreiben. Vorgegeben waren lediglich die ersten 2 Sätze. Herausgekommen ist meine Kurzgeschichte, die ich hier im Blog bereits gepostet habe. Das Feedback zu der Geschichte war recht positiv, was mich stutzig gemacht hat. Und diese Verwunderung hat dann auch zum ersten Grund geführt, warum ich nun blogge:

Grund 1

Das positive Feedback hat mich deswegen überrascht, da ich seit Jahren einen (negativen) Glaubenssatz mit mir rumschleppe, der in etwa so lautet: "Ich bin kein musisch , künstlerisch und literarisch begabter Mensch". Nun ja, und die Entschuldigung und positive Umkehr war darin bereits enthalten: "Ich bin ein mathematisch begabter, logisch denkender (Kopf-)Mensch". Das hört sich jetzt ziemlich simpel an wenn man es nur so liest, aber das ist es in meinem Fall nicht gewesen. Denn ich musste diesem Glaubenssatz erst mal auf die Schliche kommen. Genauer, musste ich erstmal lernen, dass es diese Glaubenssätze überhaupt gibt, und verstehen wie sie wirken. Wenn man dann die Theorie kennt (und dabei hilft einem das strukturierte Denken), kann man sich auf die Suche nach den negativen Verhinderern im Kopf machen. Daher war es bei mir tatsächlich meine eigene Reaktion auf das positive Feedback, der ich nachgespürt habe und mir anschließend selber klar gemacht habe, dass ich mir diese Fähigkeit selber nie zugeschrieben hätte.

Zugegebenerweise eine etwas längere Einleitung um zu erklären, warum dies der erste Grund ist zu bloggen. Kurz: Ich möchte diesen Glaubenssatz revidieren. Ich möchte mich zwingen/überwinden hier gute Texte zu schreiben und mir eine positive Erfahrung bescheren. Und ich möchte mich verbessern. Daher bin ich insbesondere für konstruktiv kritische Kommentare sehr dankbar.

(Und wenn ich diesen Glaubenssatz los bin, kommt der nächste dran, und so weiter...)

Grund 2

Der zweite Grund findet sich auch im Artikel von Stefan Hagen wieder. Es ist die eigene Auseinandersetzung mit sich und einem bunten Strauss an Themen. Eine Art Selbstcoaching. Wie stehe ich zu Themen, Trends und dem ständigen Wandel, über die ich im Internet lese und sonst nur oberflächlich konsumiere.  Welche Erfahrungen habe ich bereits gemacht, welche würde ich gerne machen? Wie kann ich Themen die mich ansprechen in meine Arbeitswelt integrieren. Was lehne ich ab? Worin bin ich gut, oder glaube es zu sein, wo sind die blinden Flecken, die offensichtlichen Schwächen? Vielleicht steht sogar zu allererst die Frage im Raum, was ist mir überhaupt wichtig, und über welche Themen möchte ich überhaupt schreiben. Wie kann ich überhaupt Antworten für mich finden, wenn ich mir keine Fragen stelle.

Grund 3

Der dritte Grund ist eine direkt Folge aus Grund 2 heraus. Ich habe das Bedürfnis meine Erkenntnisse und Ansichten in die Welt hinaustragen. Und da muss man irgendwann mal klein anfangen. Und dieser bescheidene Blog ist JETZT der Anfang. In den letzten Wochen ist mir an mehreren Stellen die Metapher des Leuchtturm begegnet. Ich möchte auch ein Leuchtturm sein! Standfest, dem Wind und Wetter trotzend, der mit seinem strahlenden Licht, Sicherheit und Orientierung gibt.

Das setzt aber voraus, dass man sich seiner eigenen Lichtquelle bewusst werden muss. Da sind negative Glaubenssätze eher hinderlich (siehe Grund1). Und es setzt voraus, dass man sich und seine Position zu den vielen Themen innerlich diskutiert und geklärt hat. (Siehe Grund 2)

Grund 4

Ich bin müde. Müde, mit unendlicher Energie eine Fassade zu erschaffen. Eine Fassade, auch wenn sie nur eine Fassade des Weglassen ist, die dazu dient etwas darzustellen, was man am Ende nicht ist. Eine Fassade um irgendwo dazuzugehören, obwohl man schon lange merkt, dass man eigentlich weiterziehen möchte. Verschiedene Fassaden, private Fassaden, aber auch berufliche Fassaden. Das Licht seines Leuchtturms zu dimmen, weil man denkt es passt dem anderen nicht. Fatalerweise ohne genau zu wissen, ob es wirklich nicht passt und doppelt fatal, wenn der Gegenüber auch eine Fassade pflegt, die eine ehrliche(re) Begegnung verhindert. Ich möchte mich so zeigen wie ich bin. Dem Gegenüber meinen Rucksack öffnen und einladen hineinzuschauen. Vielleicht auch mal was loszuwerden aus diesem Rucksack, den wir doch alle mit uns herumtragen. Ich möchte in diesem Blog ich selbst sein und den Lesern die Chance geben etwas über mich zu erfahren.

Grund 5

Und wenn alles richtig gut läuft, und der ein oder andere erfährt etwas über mich (was er vielleicht nicht gedacht hätte), dann kommt man darüber ins Gespräch, tauscht sich aus, oder begegnet sich auf einer anderen Ebene. Und darüber würde ich mich sehr freuen.

Euer Marco Beckers







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